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Genetischer Hintergrund

Zum besonderen Verständnis der Hintergründe einiger Anbaumaßnahmen für den Zuckermais ist für den interessierten Leser ein kleiner Ausflug in die spezielle Genetik des Mais nicht zu vermeiden:
Männliche und weibliche Blüten entstehen bei allen Maisformen voneinander getrennt auf derselben Pflanze, wobei sich die männlichen Blüten (Pollen liefernd) in der Rispe und die weiblichen Blüten in den Blattachseln auf einer „Ähre“ in Kolbenform bilden. Notwendigerweise ist der Mais entsprechend eine fremdbefruchtende Pflanze, bei der der Wind den Pollentransport übernimmt.
Auf dem Maiskolben sind die später die Körner bildenden weiblichen Blüten in großer Zahl regelmäßig angeordnet, von denen jede einzelne zur notwendigen Befruchtung einen bis zu 50 cm langen, fadenförmigen Griffel ausbildet. Die 300 – 900 Griffel aller Blüten eines Kolbens bilden eine „Quaste“ und ragen zur Zeit der Befruchtung aus den die Kolben dicht umschließenden Lieschblättern heraus.
Die in großer Zahl gebildeten Pollenkörner (ca. 4,5 Mio. je Rispe) werden ca. 2 4 Tage vor dem Erscheinen der Narbenfäden derselben Pflanze gebildet. Ein Vorgang, der im Allgemeinen den Fremdbefruchtungsgrad deutlich fördert und dementsprechend die Befruchtung im Allgemeinen durch den Pollen einer anderen Pflanze stattfindet (ca. 95 %). Jeder Narbenfaden muss durch Pollen befruchtet werden, damit der Kolben später einen regelmäßigen Kornansatz aufweist.
Jedes Pollenkorn enthält zwei Zellkerne mit jeweils einem vollständigen Satz der Erbinformation der Bestäuberpflanze (haploid). Einer dieser Kerne bildet nach der Befruchtung mit der Eizelle, in der der mütterliche Chromosomensatz ebenfalls einfach vorliegt, den Embryo, der dann das väterliche und mütterliche Erbgut in sich vereint. Der zweite Kern des Pollens tritt mit dem doppelt vorliegenden mütterlichen Chromosomensatz des Nährgewebes (Endosperm) zusammen und bildet einen sogenannten triploiden Zellkern (= 3facher Chromosomensatz), in dem die mütterliche Erbinformation doppelt und die des Bestäubers einfach vorliegt. Der weitaus größte Teil des Maiskornes besteht aus diesem triploiden Nährgewebe, dessen Eigenschaften durch das Zusammenwirken der auf den Chromosomen angeordneten Erbinformationen (= Gene) bestimmt werden.