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Winterzwiebeln

Heute nehmen die Winterzwiebeln in Deutschland nur noch knapp 300 ha (2014) Flächenanteil im Gesamtzwiebelanbau ein. Grundsätzlich gelten alle Kulturhinweise, wie sie für Sommerzwiebeln zur Anbautechnik, zu Ernteverfahren, zum Pflanzenschutz etc. gegeben wurden. Besondere Problemstellungen hinsichtlich des Winterzwiebelanbaues werden nachstehend erläutert.

Heute sind fast ausschließlich Hybriden japanischer Herkunft im Handel, deren Eignung durch intensive Prüfung der Schoßfestigkeit und Frosthärte in den Anbaugebieten erwiesen wurde (vgl. Sortenbeschreibungen).

Winterzwiebeln müssen ausreichend frosthart und nach Überwinterung schoßfest sein. Wesentlich stark werden beide Ziele beeinflusst durch die Wahl der Saatzeit, wobei im Weiteren für alle Angaben eine sofortige Beregnung zum Auflaufen vorausgesetzt wird und Saatzeit nahezu gleich Keimbeginn zu setzen ist.

Eine frühe Aussaat bedeutet bei Winterzwiebeln nicht gleichzeitig frühe Ernte. Eine späte Saatzeit bedeutet keine Abreifeverzögerung! Wichtig ist, dass die Pflanzen bis zum Wachstumsstop Mitte bis Ende November ausreichend groß sind, um genügend Winterhärte entwickelt zu haben (Faustregel: bleistiftdick), andererseits werden bei zu starker Entwicklung bereits Blütenanlagen (z.Zt. Beginn Bulbenbildung) angelegt. Ein entsprechender Kältereiz führt dann zum Durchschossen im Folgejahr und zu entsprechenden Ertragseinbußen sowie Einbußen in der Qualität der Ernteware.

DÜNGUNGSHINWEISE

Hinsichtlich der Düngung der Winterzwiebeln ist besonders zu berücksichtigen, dass ein mastiger Wuchs durch erhöhte N-Gabe im Herbst zur Verringerung der Winterfestigkeit führt. Zusätzlich war in Jahren mit gehäuftem Auftreten von Schossern auf hochversorgten Flächen eine überproportional hohe Schosserzahl feststellbar.

Eine generelle Empfehlung für die Stickstoffdüngung lässt sich nur aufgrund von Bodenuntersuchungen geben. Auf jeden Fall ist bei der Herbstsaat zu berücksichtigen, dass die im Allgemeinen hohen Temperaturen zur guten Ausnutzung des im Boden vorhandenen N-Angebotes für die Keimpflanzen führen, wozu die Auflaufberegnung sicherlich stark beiträgt.

Eine leichte Unterversorgung lässt sich durch eine Kopfdüngung im September gut ausgleichen, während Überschuss N (die Pflanzen betreiben N-Luxuskonsum) und die entsprechenden Folgen nicht mehr aufzufangen sind!

PFLANZENSCHUTZ
Die frisch aufgelaufenen Keimlinge von Winterzwiebeln können stark durch Thrips (Zuflug von abgeernteten bzw. abreifenden Getreidefeldern) stark geschädigt werden.